Trauer oder auch Loslassen lernen

Vom Moment unserer Zeugung an müssen wir lernen Abschied zu nehmen, vom Mutterleib, von der Kindheit, der Jugend, der Kernfamilie, von Schule und Beruf, von der Gesundheit, u.ä.m. Wir geben Bindungen auf, um uns in neue Bindungen zu geben.

Und dieses Abschied nehmen, man kann auch sagen loslassen lernen oder noch treffender trauern vollzieht sich im Kommen und Gehen, im Trennen und wieder Annähern, wie Wellen des Meeres, die herankommen und zurückgehen, scheinbar wieder kommen und scheinbar wieder gehen, bis sich alles beruhigt und ausbleibt.

Anziehen und abstoßen sind Ausdruck von Abschiedsschmerz

Gerade in der Zeit des scheinbar endgültigen Abschieds von einem Lebewesen, von einem Menschen, oder in Verlust- und Umbruchsituationen beginnt eine besondere Zeit des Loslassen Lernens, eine besondere Zeit der Trauer.

Eine Trauer, die erschüttert und manchen Menschen besonders in der ersten Zeit das Gefühl der Fassungslosigkeit vermittelt.

Bei diesem schweren Weg, - einem prozesshaften Geschehen - verbindlich und zuverlässig zu stärken, ist die Aufgabe des Trauerbegleiters.

Denn Abschied und Trauer sind normal, gehören wesentlich zum Leben dazu

Der Trauerbegleiter übernimmt dabei Aufgaben, die früher der Großfamilie zukamen.
Er unterstützt durch seine persönlichen Fähigkeiten, mit Zuhören und ggfs. Ansprechen den Trauernden bei seinem eigenen Umgang mit dem Schmerz, bei der Entwicklung von heilsamen Kräften, damit das Zitat von Sascha Wagner greift.

Du wirst deinen Mut wiederfinden: Zu deiner eigenen Zeit, in deinem eigenen Maß. Vertraue dir selbst

FAZIT:

Trauerbegleitung heißt: auf der Basis, dass jeder Mensch seinen Weg hat, seine Verantwortung wahrnehmen muss, Boden geben, Raum gestalten und die Veränderungen beachten, denn genau da ist größtmöglicher Halt verbunden mit größtmöglicher Vielfalt und Freiheit praktikabel.